03.10.2024
Lesedauer: 3 Min
Thema: Techniken, Erfahrung
Welche Prothesenzähne sollte man wählen?

Im Internet findet man bei der Suche nach „Prothesenzähne“ wahrscheinlich eine Vielzahl von Optionen zu sehr unterschiedlichen Preisen. Aber wofür soll man sich entscheiden? Je nach Art der Arbeit, können verschiedene Kriterien bei der Zahnauswahl helfen. Welche das sind und wie diese bewertet werden können, kannst Du im folgenden Beitrag nachlesen.

1| Die Zusammensetzung

Je nach klinischem Fall ist es wichtig, einen Zahn auszuwählen, der für die jeweilige Behandlung geeignet ist. Unternehmen, die Qualitätsprodukte anbieten, haben im Allgemeinen auch verschiedene Zahnreihen. Hinter diesen verschiedenen Zahnreihen steht eine Forschungsabteilung, die In-vitro- und In-vivo-Tests durchführt. Ziel ist es immer, ein Produkt anzubieten, das für den jeweiligen Fall geeignet ist. Am häufigsten werden Zähne aus Komposit, aus vernetztem oder doppelt vernetztem PMMA-Kunststoff oder aus PMMA-Kunststoff angeboten. Dabei ist zu beachten, dass jedes Material einen anderen Elastizitätsgrad und eine andere Biegefestigkeit hat. Diese Daten sind insbesondere bei implantatgetragenen Arbeiten oder bei Arbeiten, bei denen ein natürlicher Zahn als Antagonist fungiert, zu beachten.

Die Qualität der Zusammensetzung ist auch dafür verantwortlich, wie schnell oder langsam sich die Zähne abnutzen und wie widerstandsfähig sie gegen Verfärbungen und Ausbleichen sind. Hier ist es wichtig auf Qualität zu setzen, denn ein Patient, der in den Kauf einer Zahnprothese investiert, kann sich nicht vorstellen, dass er sie in einem Jahr wieder austauschen muss.

2| Die Morphologie

Es gibt verschiedene Morphologien von vorgefertigten Zähnen. Man klassifiziert sie nach dem Winkel, den ihre Höcker bilden, wie anatomische Zähne >30°, semi-anatomische Zähne <30° und nicht-anatomische Zähne = 0°, aber auch nach der Aufstell-Philosophie, für die sie bestimmt sind, z. B. Gerber-, Lingualisierte, Sears-, TiF-Aufstellung. Fälle der Okklusionsklassen II und III erfordern eine spezifische okklusale Modifikation durch selektives Beschleifen im Labor.

Hierzu ein Beispiel: Bei einer jungen Person fertigte ich eine Prothese an, um die Zähne 44,45,46 zu ersetzen. Die antagonistischen Zähne waren natürlich und gut höckerig, sodass ich die Wahl eines anatomischen Zahns in Betracht ziehen konnte.

Der untere Kieferkamm hatte an Höhe verloren, daher wählte ich einen halbkuspidierten Zahn. Um den optimalen Halt der unteren Prothese sicherzustellen, entschied ich mich für eine lingualisierte bzw. Gerber-Aufstellung. (Wenn Du Dich in Aufstellkonzepten weiterbilden möchtest, besuche unsere Fortbildungen. Mehr dazu findest Du auf dieser Webseite).

3| Der Preis

Dies ist oft „DAS“ Diskussionsthema. Aber zu Unrecht, denn was eigentlich zählt, ist, dass der Patienten ein Produkt von guter Qualität bekommt, das lange hält und auf seine eigenen Bedürfnisse zugeschnitten ist.

Hast Du die Antworten auf Deine Fragen gefunden? Wenn Du dazu mehr in der Praxis erleben möchtest, besuche doch eine Fortbildung bei der Swiss School of Prosthetics.

Ein Beitrag von Sabine von Sinner

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